Kanton Schwyz darf kein reiches Altersheim werden

Aufgrund mangelnder Geschäfte wurde die Session des Schwyzer Kantonsrats vom 20. Mai abgesagt. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Sitzung aus diesem Grund ausfällt. Die Junge Mitte, die JungoszialistInnen und der Jungfreisinn des Kantons Schwyz weisen gemeinsam darauf hin, dass es im Kanton genügend Herausforderungen gibt, die gerade für junge Menschen dringend angepackt werden müssen.

Der demografische Wandel zeigt es deutlich: Die Bevölkerung ab 65 Jahren wird sich im Kanton Schwyz bis 2050 nahezu verdoppeln. Gemäss Prognosen des Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2025 handelt es sich dabei um das grösste Wachstum der älteren Bevölkerung aller Kantone. Umso wichtiger ist es, den Kanton Schwyz auch für junge Menschen, Familien, Vereine und innovative Unternehmen attraktiv zu halten.

Aus Protest gegen die Absage trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der drei Jungparteien vor dem Kantonsratssaal und diskutierten jene Themen, die aus ihrer Sicht dringend auf die politische Agenda gehören. Auch als Zeichen dafür, dass es für Jugendliche aufgrund der Abschaffung des Jugendparlaments nicht einfacher wurde, Gehör für ihre Anliegen zu finden.

„Der Kanton Schwyz darf kein reiches Altersheim werden. Gerade junge Familien und Vereine brauchen Perspektiven, dafür muss der Kantonsrat die Herausforderungen anpacken statt Sessionen absagen“, sagt Niki Zehnder, Präsident der Jungen Mitte Kanton Schwyz.

Für die Jungparteien ist klar: Dem Kanton Schwyz fehlt es nicht an Herausforderungen. Bezahlbarer Wohnraum, attraktive Rahmenbedingungen für junge Familien, ein besseres Velonetz, Nachtverbindungen zwischen Ausser- und Innerschwyz, stärkere Vereinsförderung sowie bessere Bedingungen für junge Start-ups müssen endlich angegangen werden.

„Mit im Schweizer Durschnitt überproportional steigenden Miet- und Immobilienpreisen sowie Wohnungsknappheit, braucht es dringend bezahlbaren Wohnraum und echte Perspektiven für junge Menschen“, sagt Laura Remorgida Vorstandsmitglied der JUSO Kanton Schwyz.

„Schwyz muss attraktiv bleiben für Menschen, die hier leben, arbeiten und etwas aufbauen wollen. Dafür braucht es bessere Mobilität, weniger Hürden und mehr Innovation“, sagt Niklaus Schwerzmann, Präsident des Jungfreisinns Kanton Schwyz.

Die drei Jungparteien sind sich einig: Der Kanton Schwyz hat genug Potenzial, genug Ressourcen und genug offene Fragen. Was es nun braucht, ist politische Arbeit statt abgesagter Sessionen. Der Kanton Schwyz darf sich nicht auf seiner finanziellen Stärke ausruhen. Er soll kein reiches Altersheim werden, sondern ein Kanton mit Perspektiven für junge Menschen.